Aktuell

Autor: Peter Gmür
Betrifft: Umzüge International

Wie Japan zügelt ...

Wir trauten unseren Augen kaum: Unser Unternehmen ist nach Japan eingeladen worden! Der bekannte Fernsehsender Osaka TV möchte seinen Zuschauern einen Wohnungsumzug zeigen, der neben einen amerikanischen Kollegen von uns kommentiert werden sollte. Ziel dieser Reportage soll sein, dass die Unterschiede in den Prozessen in Japan, der USA und der Schweiz thematisiert und erklärt werden. Weil uns diese Frage genauso interessierte, haben wir mit Vergnügen zugesagt. Was wir in Japan erlebt haben, ist Folgendes:

Auch in Japan wird die Umzugs-Crew dem Kunden vor der Türe vorgestellt. Allerdings verbeugt man sich in Japan vor dem Kunden und zieht anschliessend vor dem Eintritt in die Wohnung die Schuhe aus.

Da japanische Wohnungen in der Regel sehr eng sind, werden zuerst die Wände mit speziellen Schutztafeln abgedeckt. Auch der Boden wird sehr gut geschützt und zwar mit einem dafür vorgesehen Teppich. Wir benutzen hier in der Schweiz Floorliner.

Im Gegensatz zur Schweiz lässt der Kunde in Japan grundsätzlich alles einpacken und wieder auspacken. Der japanische Kunde wünscht, dass ein Profi diese Dienstleistung übernimmt. Das Geschirr wird teilweise in Plastikboxen mit verschiedenen Fächern gepackt, was wir als eine sehr ökologische und zeisparende Lösung ansehen.

Sowohl für uns als auch für unseren amerikanischen Kollegen war etwas besonders augenscheinlich: Das Sicherheitsdispositv im Bezug auf das Personal ist deutlich niedriger als bei uns oder auch in der USA. In Japan werden beispielsweise weniger technische Hilfsmittel eingesetzt werden, um Schweres oder Grosses zu bewegen. Hilfsmittel wie Klavierwagen oder Sackkarren sind nicht vorhanden um damit die Gesundheit des Umzugspersonals zu schützen. Die japanischen Umzugskollegen brauchen dadurch mehr Personal weil der gesundheitlich begründete "Personalverschleiss" sehr gross ist.
Die Umzugsfahrzeuge sind sehr selten mit Hebebühnen ausgerüstet, was bei Gang und Gebe ist. Auch Fassadenlifte sind selten im Einsatz, nur in absoluten Notfällen. Schutzschuhe werden eben nur draussen benutzt, weil Sie ja im Haus nicht getragen werden. Obwohl den Mitarbeitern auch im Haus etwas auf die Füsse fallen könnte, nimmt man dieses Risiko offenbar in Kauf. In der Schweiz ist eine solche Regelung allein aus personeller Fürsorge aber auch aufgrund der versicherungstechnischen Vorgaben nicht vertretbar.

Sehr gewöhnungsbedürftig für unsere Wahrnehmung war ausserdem, dass der japanische Umzug mit einem deutlich höheren Tempo vollzogen wird als bei uns. Die Mitarbeiter rennen teilweise, um den Nachbarn zu zeigen, dass man hart arbeitet.

Trotz oder wegen den grossen Unterschieden im Umzugsgeschäft im fernöstlichen Land war unsere Reise nach Osaka eine überaus spannende und wertvolle Erfahrung in einer interessanten Kultur mit ausgezeichnetem Essen und freundlichen Menschen. Wir danken Osaka TV für die Einladung.